Die Zweiwalzenmühle ist die Hauptmaschine für Scherintensität und Homogenisierung bei der Herstellung von Lederfaser- und recycelten EVA-Verbundwerkstoffen. Ihre spezifische Funktion besteht darin, faserigen Lederabfall physikalisch in die geschmolzene Polymermatrix eindringen zu lassen und sicherzustellen, dass alle Komponenten und Zusatzstoffe sowohl auf makroskopischer als auch auf mikroskopischer Ebene gründlich vermischt werden, bevor das Material in die Formgebungsphase eintritt.
Kern Erkenntnis: Die Effektivität einer Zweiwalzenmühle liegt in ihrer Fähigkeit, durch unterschiedliche Walzengeschwindigkeiten intensive Scherkräfte zu erzeugen; diese mechanische Beanspruchung ist erforderlich, um hohe Anteile an Lederfasern gleichmäßig in das recycelte EVA zu dispergieren, eine Aufgabe, die einfaches Rühren nicht leisten kann.
Die Mechanik der Interaktion
Erzeugung von Scherkraft
Die Mühle verwendet zwei Walzen, die sich mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten drehen, um Reibung zu erzeugen. Wenn beispielsweise die vordere Walze auf 10 U/min und die hintere Walze auf 15 U/min eingestellt wird, ergibt sich ein bestimmtes Geschwindigkeitsverhältnis. Diese differenzielle Drehung erzeugt die signifikanten Scherkräfte, die zur Zerkleinerung von Materialagglomeraten erforderlich sind.
Erzwingen des Matrixeintritts
Das bloße Tumbling von Materialien reicht für die Integrität des Verbundwerkstoffs nicht aus. Die Mühle verwendet einen kontrollierten „Walzenspalt“ (den Abstand zwischen den Walzen), um Druck auf die Mischung auszuüben. Dieser Druck zwingt den Lederabriebstaub, tief in die geschmolzene EVA-Polymermatrix einzudringen.
Thermische Regulierung und Zustand
Während das Hauptziel das Mischen ist, erzeugt die Reibung Wärme, die das Polymer in einem geschmolzenen Zustand hält. Dies stellt sicher, dass das EVA viskos genug bleibt, um die Faserverstärkung aufzunehmen, aber flüssig genug, um zu fließen.
Erreichen einer gleichmäßigen Dispersion
Makroskopisches und mikroskopisches Mischen
Der Prozess erreicht Konsistenz auf zwei Ebenen. Makroskopisch verteilt er den Lederstaub gleichmäßig in der gesamten Charge, sodass keine Klumpen entstehen. Mikroskopisch stellt er sicher, dass einzelne Fasern vom Polymer benetzt und umkapselt werden.
Verarbeitung hoher Faseranteile
Recycelte Verbundwerkstoffe sind oft auf hohe Konzentrationen an Füllmaterial (Lederabfall) angewiesen, um kostengünstig und umweltfreundlich zu sein. Die Hochscherumgebung der Zweiwalzenmühle ermöglicht es der Matrix, diese hohen Anteile aufzunehmen, ohne die strukturelle Kontinuität der Mischung zu beeinträchtigen.
Verständnis der Kompromisse
Prozessabhängigkeiten
Die Zweiwalzenmühle ist ausschließlich ein Compoundier- und Mischwerkzeug, kein Formwerkzeug. Sie bereitet den „Teig“ vor, erfordert aber einen nachfolgenden Prozess – wie eine Heißpresse –, um Hitze (90–120 °C) und statischen Druck für die endgültige Verfestigung anzuwenden.
Empfindlichkeit gegenüber Einstellungen
Die Qualität der Mischung ist stark von der Spalteinstellung und dem Geschwindigkeitsverhältnis abhängig. Wenn der Spalt zu groß ist, sinkt die Scherkraft und die Fasern dringen nicht in die Matrix ein. Wenn der Spalt zu eng ist oder die Geschwindigkeiten zu hoch sind, riskieren Sie, die Polymerketten durch übermäßige Hitze und Beanspruchung zu schädigen.
Optimierung Ihres Verbundwerkstoffprozesses
Um ein Verbundwerkstoffmaterial höchster Qualität zu gewährleisten, stimmen Sie Ihre Maschineneinstellungen auf Ihre spezifischen Fertigungsziele ab:
- Wenn Ihr Hauptaugenmerk auf Materialhomogenität liegt: Priorisieren Sie die präzise Steuerung des Geschwindigkeitsverhältnisses (z. B. Beibehaltung einer spezifischen Differenz wie 10:15 U/min), um die Scherung zu maximieren, ohne zu überhitzen.
- Wenn Ihr Hauptaugenmerk auf struktureller Integrität liegt: Stellen Sie sicher, dass der Walzenspalt eng genug ist, um die Lederfasern in die Polymerschmelze zu zwingen und eine dichte, hohlraumfreie Grundlage für die Formgebungsphase zu schaffen.
- Wenn Ihr Hauptaugenmerk auf dem Produktionsfluss liegt: Betrachten Sie die Zweiwalzenmühle als vorbereitenden Schritt; stellen Sie sicher, dass die Mischung hier vollständig aufgeschmolzen ist, damit der nachfolgende Heißpresszyklus ausschließlich der Formgebung und Verbindung gewidmet ist.
Die Zweiwalzenmühle verwandelt rohe, disparate Abfallmaterialien in einen einheitlichen Verbundwerkstoff, der für Hochleistungsanwendungen bereit ist.
Zusammenfassungstabelle:
| Hauptmerkmal | Funktionale Rolle bei der Verbundwerkstoffvorbereitung | Auswirkung auf das Endmaterial |
|---|---|---|
| Differenzielle Geschwindigkeit | Erzeugt intensive Scherkraft durch vordere/hintere Walzengeschwindigkeitsverhältnisse | Zerkleinert Agglomerate für mikroskopisches Mischen |
| Einstellbarer Walzenspalt | Übt physikalischen Druck auf die Mischung aus | Zwingt Lederfasern, in die geschmolzene EVA-Matrix einzudringen |
| Thermische Regulierung | Reibungswärme hält die Polymerviskosität aufrecht | Stellt sicher, dass die Matrix für die Faserkapselung flüssig bleibt |
| Hohe Ladekapazität | Nimmt große Mengen an Lederabfallfüllstoff auf | Verbessert die Umwelteffizienz ohne strukturelle Beeinträchtigung |
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Referenzen
- Shubham Sharma, S. Rajkumar. Effect of nanoadditives on the novel leather fiber/recycled poly(ethylene-vinyl-acetate) polymer composites for multifunctional applications: Fabrication, characterizations, and multiobjective optimization using central composite design. DOI: 10.1515/ntrev-2022-0067
Dieser Artikel basiert auch auf technischen Informationen von 3515 Wissensdatenbank .
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