Wissen Warum werden bei der Analyse der Fußverdrängung Infrarot-reflektierende Markierungen an bestimmten Stellen des Schuhs angebracht?
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Technisches Team · 3515

Aktualisiert vor 4 Tagen

Warum werden bei der Analyse der Fußverdrängung Infrarot-reflektierende Markierungen an bestimmten Stellen des Schuhs angebracht?


Infrarot-reflektierende Markierungen sind Präzisions-Tracking-Werkzeuge, die verwendet werden, um Licht zu Bewegungserfassungssensoren zurückzuwerfen, sodass Systeme die Bewegung des Fußes im 3D-Raum digitalisieren können. Diese Markierungen werden an spezifischen anatomischen Landmarken angebracht – insbesondere im Bereich oberhalb der Großzehe und im Mittelfuß –, um verschiedene kinematische Datenpunkte zu isolieren, wie z. B. die vertikale Bodenfreiheit und die seitliche Stabilität, die für die Beurteilung der Gangsicherheit und -effizienz entscheidend sind.

Kernbotschaft: Die Platzierung der Markierungen ist nicht willkürlich; sie ist streng funktional. Durch die Isolierung der Großzehe und des Mittelfußes können Analysten die Flugbahn und den geometrischen Mittelpunkt des Fußes mathematisch definieren und so visuelle Bewegungen in quantitative Daten bezüglich Stolperrisiken und Gleichgewichtskontrolle umwandeln.

Analyse der distalen Region (Die Großzehe)

Die primäre Referenz hebt die entscheidende Bedeutung des Bereichs direkt oberhalb der Großzehe hervor. Diese Platzierung ist für die Analyse der „Schwungphase“ des Gehens unerlässlich.

Definition der Bewegungstrajektorie

Die Anbringung einer Markierung im distalen Bereich oberhalb der Großzehe ermöglicht es dem Bewegungserfassungssystem, den genauen Weg des Fußes während der Bewegung durch die Luft abzubilden.

Dieser spezifische Ort dient als vorderster Punkt des Bewegungsprofils des Fußes. Durch die Verfolgung dieses Punktes erfasst das System den vollen Bogen des Fußes während der Schwungphase, unabhängig von der Fersenbewegung.

Quantifizierung von Stolperrisiken

Der wichtigste aus dieser Markierung gewonnene Datenpunkt ist die niedrigste vertikale Höhe der Zehe relativ zum Boden.

Während der Schwungphase muss der Fuß den Boden überwinden, um Stolpern zu vermeiden. Diese Markierung liefert die quantitativen Daten, die zur Bewertung der minimalen Zehenfreiheit (MTC) erforderlich sind.

Wenn ein Proband eingeschränkte Gangverstellfähigkeiten aufweist, zeigen diese Daten zur vertikalen Höhe eine höhere Wahrscheinlichkeit für ein Schleifen der Zehen an, was direkt mit einem erhöhten Stolperrisiko korreliert.

Analyse der Mittelfußköpfchen (Der Mittelfuß)

Während die Zehenmarkierung die vertikale Bodenfreiheit misst, konzentriert sich die Mittelfußmarkierung auf Stabilität und Timing. Dies ist entscheidend für das Verständnis der Interaktion des Fußes mit dem Boden.

Identifizierung des geometrischen Zentrums

Markierungen, die an den zweiten bis dritten Mittelfußköpfchen positioniert sind, repräsentieren das geometrische Zentrum der Fußbahn.

Dieser Ort bietet einen stabilen Referenzpunkt für den Fuß als Ganzes, nicht nur für seine Extremitäten. Er ist wissenschaftlich erforderlich, um den genauen Zeitpunkt des Fersenauftritts zu berechnen und die Standphase von der Schwungphase zu unterscheiden.

Messung räumlicher Abweichungen

Eine genaue Platzierung hier ermöglicht die Berechnung von mediolateralen (ML) Fußplatzierungsfehlern.

Diese Metrik ist entscheidend für die Bewertung von motorischen Abweichungen. Sie bestimmt, ob der Fuß zu weit nach innen oder außen landet, was auf Probleme mit dem Gleichgewicht und der räumlichen Kontrolle hinweist.

Verständnis der Kompromisse

Obwohl die Platzierung von Markierungen eine präzise Analyse ermöglicht, beruht sie auf der Annahme einer starren Befestigung.

Der Einfluss des Schuhmaterials

Markierungen verfolgen den Schuh, nicht die darunter liegende Knochenstruktur. Wenn das Schuhmaterial zu flexibel ist oder locker sitzt, kann sich die Markierung während der Bewegung verschieben.

Dies führt zu Bewegungsartefakten, bei denen die Daten die Verformung des Schuhs und nicht die tatsächliche Flugbahn des Fußes widerspiegeln.

Präzision der Platzierung

Eine Markierung, die auch nur wenige Millimeter vom Ziel abweicht, kann die berechnete Flugbahn verändern.

Wenn beispielsweise die Zehenmarkierung zu weit hinten platziert wird, können die Werte für die Bodenfreiheit künstlich aufgebläht werden, wodurch ein echtes Stolperrisiko möglicherweise maskiert wird.

Optimierung Ihrer Markierungsstrategie

Um aussagekräftige Daten aus der Fußverdrängungsanalyse zu gewinnen, müssen Sie Ihre Markierungsplatzierung an Ihren spezifischen analytischen Zielen ausrichten.

  • Wenn Ihr Hauptaugenmerk auf Sturzprävention liegt: Priorisieren Sie die distale Zehenmarkierung, um die minimale vertikale Bodenfreiheit rigoros zu messen und Stolpergefahren während der Schwungphase zu identifizieren.
  • Wenn Ihr Hauptaugenmerk auf Stabilität und motorischer Kontrolle liegt: Priorisieren Sie die Mittelfuß-(Metatarsal-)Markierung, um den Fersenauftrittszeitpunkt und laterale Abweichungen bei der Fußplatzierung genau zu erfassen.

Die richtige Platzierung der Markierungen ist der Unterschied zwischen der Erfassung generischer Bewegungen und der Diagnose spezifischer biomechanischer Defizite.

Zusammenfassungstabelle:

Markierungsort Anatomischer Bezugspunkt Primäre gemessene Metrik Hauptanalyseziel
Distale Region Oberhalb der Großzehe Minimale Zehenfreiheit (MTC) Bewertung von Stolperrisiken & Schwungphasen-Trajektorie
Mittelfuß 2.-3. Mittelfußköpfchen Mediolaterale (ML) Fußplatzierung Identifizierung von Gleichgewichtsproblemen & Fersenauftrittszeitpunkt
Schuhsoberfläche Äußeres Material Bewegungsartefakte Bewertung von Schuhpassform & Materialsteifigkeit

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