Ein spezieller Druckschutz ist erforderlich, um die beim Gehen entstehenden intensiven mechanischen Kräfte zu neutralisieren. Beim langfristigen Training führen die wiederholte Reibung und die Druckkonzentration an den Kontaktpunkten – insbesondere dort, wo Orthese, Schuhwerk und Haut interagieren – zu einem hohen Verletzungsrisiko. Ohne diesen Schutz beeinträchtigen Hautschäden und Schmerzen den Rehabilitationsprozess.
Eine effektive Rehabilitation beruht auf Beständigkeit, die unmöglich ist, wenn der Patient unter Hautschäden oder Schmerzen leidet. Spezieller Schutz verwandelt die Orthese von einer potenziellen Gefahr in ein nachhaltiges Hilfsmittel und gewährleistet so die Compliance des Patienten und ein ununterbrochenes Training.
Die Mechanik der Anfälligkeit
Verständnis der mechanischen Belastung
Wenn ein Patient mit dem Gehtraining beginnt, wird die Orthese erheblichen mechanischen Belastungen ausgesetzt.
Diese Last wird nicht gleichmäßig verteilt; sie konzentriert sich auf bestimmte strukturelle Bereiche. Ohne Eingreifen wird diese Kraft direkt auf die Haut übertragen.
Kritische Kontaktpunkte
Bestimmte anatomische Landmarken sind aufgrund fehlender natürlicher Polsterung sehr anfällig für Schäden.
Die Hauptproblemzonen sind der äußere Knöchelknochen (lateral malleolus) und der Wadenbeinkopf (fibular head) (knapp unterhalb des Knies). Diese knöchernen Vorsprünge tragen die Hauptlast des Drucks.
Die Gefahr der Reibung
Nicht nur vertikaler Druck verursacht Schäden; es ist die Bewegung.
Während der Patient geht, erzeugt die Schnittstelle zwischen Orthese und Schuhwerk Reibung. Diese Scherwirkung kann in Verbindung mit Druck die Haut schnell abschürfen und tiefe Gewebeschäden verursachen.
Die strategische Bedeutung des Schutzes
Gewährleistung der Trainingskontinuität
Der Erfolg eines langfristigen Gehtrainings hängt von Wiederholung und Beständigkeit ab.
Bei Druckverletzungen muss das Training sofort abgebrochen werden, damit die Haut heilen kann. Spezieller Schutz verhindert diese Unterbrechungen und gewährleistet so die Kontinuität des Trainings.
Aufrechterhaltung der Patientencompliance
Schmerz ist der Hauptgrund für den Abbruch einer Rehabilitation.
Wenn eine Orthese Beschwerden oder Verletzungen verursacht, wird der Patient wahrscheinlich das Gerät oder das Trainingsprogramm aufgeben. Schutzmaßnahmen erhalten den Komfort und sichern so die langfristige Compliance des Patienten.
Implementierung effektiver Lösungen
Spezielle Polsterkissen
Standardpolster sind für den Langzeitgebrauch oft unzureichend.
Spezielle Polsterkissen sind erforderlich, um Stöße zu absorbieren und die Last von den knöchernen Vorsprüngen wegzuleiten. Diese Druckverteilung verhindert lokale Hotspots.
Präzise Positionierungstechniken
Polsterung allein reicht nicht aus; die Ausrichtung muss exakt sein.
Die präzise Positionierung der Kissen stellt sicher, dass sie genau über den gefährdeten Bereichen wie dem Wadenbeinkopf liegen. Eine Fehlausrichtung kann den Schutz nutzlos machen oder sogar neue Druckpunkte erzeugen.
Häufige Fallstricke, die es zu vermeiden gilt
Vernachlässigung spezifischer Landmarken
Ein generischer Ansatz zur Polsterung scheitert oft.
Das Anbringen einer allgemeinen Polsterung, ohne gezielt den äußeren Knöchelknochen (lateral malleolus) und den Wadenbeinkopf (fibular head) anzusprechen, lässt die anfälligsten Bereiche Spitzenbelastungen ausgesetzt.
Unterschätzung der Reibung
Sich ausschließlich auf direkten Druck zu konzentrieren und die Reibung zu ignorieren, ist ein kritischer Fehler.
Selbst mit weicher Polsterung, wenn das Material ein erhebliches Gleiten oder Scheren gegen die Haut zulässt, kommt es zu Abschürfungen. Die Schnittstelle muss sowohl Druck als auch Bewegung minimieren.
Die richtige Wahl für Ihr Ziel treffen
Um den Erfolg eines langfristigen Gehtrainings zu gewährleisten, müssen Sie die Schnittstelle zwischen Benutzer und Gerät priorisieren.
- Wenn Ihr Hauptaugenmerk auf Verletzungsprävention liegt: Stellen Sie sicher, dass spezielle Polster direkt über dem äußeren Knöchelknochen (lateral malleolus) und dem Wadenbeinkopf (fibular head) angebracht werden, um mechanische Belastungen zu absorbieren.
- Wenn Ihr Hauptaugenmerk auf der Einhaltung des Programms liegt: Priorisieren Sie den Komfort durch präzise Positionierung, um die Patientencompliance aufrechtzuerhalten und Trainingslücken zu vermeiden.
Schutz ist nicht nur ein Accessoire; er ist eine grundlegende Voraussetzung für eine erfolgreiche, langfristige Rehabilitation.
Zusammenfassungstabelle:
| Schutzelement | Zielgerichteter Nutzen | Abgedeckte kritische Landmarken |
|---|---|---|
| Spezielle Polsterung | Absorbiert Stöße & verteilt mechanische Last neu | Lateral Malleolus, Fibular Head |
| Reibungsmanagement | Minimiert Scherkräfte & Hautabschürfungen | Alle Kontaktpunkte zwischen Orthese und Schuhwerk |
| Präzise Positionierung | Eliminiert 'Hotspots' & gewährleistet Komfort | Knöcherne Vorsprünge & strukturelle Kanten |
| Lastverteilung | Verhindert lokale Druckkonzentration | Fußgewölbe und Knöchelschnittstelle |
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Referenzen
- Yoko Takahashi, Michiyuki Kawakami. Robotized Knee-Ankle-Foot Orthosis-Assisted Gait Training on Genu Recurvatum during Gait in Patients with Chronic Stroke: A Feasibility Study and Case Report. DOI: 10.3390/jcm12020415
Dieser Artikel basiert auch auf technischen Informationen von 3515 Wissensdatenbank .
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