Das Supply Positioning Model (SPM) fungiert als strategischer Filter für Schuhhersteller und wandelt eine komplexe Stückliste in eine überschaubare Entscheidungsmatrix um. Durch die Kategorisierung von Komponenten nach Lieferrisiko und Ausgabenhöhe ermöglicht es Teams, spezifische Beschaffungsstrategien anstelle einer allgemeinen Einkaufspolitik anzuwenden.
Der Kernwert des SPM liegt in der Unterscheidung zwischen kostengetriebenen und sicherheitsgetriebenen Materialien. Es verhindert, dass Hersteller Niedrigpreisangebote für kritische Sicherheitskomponenten verwenden, und stellt so sicher, dass Produktionslinien für Spezialartikel wie taktische Stiefel sicher bleiben, während gleichzeitig die Gewinnmargen bei hochvolumigen Sneaker-Linien maximiert werden.
Dekonstruktion der Klassifizierungsmatrix
Das SPM teilt Materialien in vier Quadranten ein. Jeder repräsentiert einen unterschiedlichen Managementstil, der erforderlich ist, um die vielfältigen Bedürfnisse eines gemischten Produktportfolios auszugleichen.
Kritische Artikel: Hohes Risiko, Hohe Ausgaben
Dies sind die strategischen Komponenten, die den Wert und die Leistung des Produkts definieren. Für einen Hersteller von Sicherheitsschuhen gehören zu dieser Kategorie spezielle schlagfeste Zehenkappen oder durchtrittsichere Sohlen.
Da diese Artikel einen erheblichen Teil der Kosten ausmachen und schwer zu beschaffen sind, muss die Strategie hier partnerschaftsbasiert sein. Sie können Lieferanten nicht einfach zu einem niedrigeren Preis wechseln, ohne die Zertifizierung oder Qualität des Produkts zu gefährden.
Hebelartikel: Geringes Risiko, Hohe Ausgaben
Diese Materialien sind auf dem Markt reichlich vorhanden, machen aber einen großen Teil des Budgets aus. Im Kontext von Sneakers oder allgemeinem Schuhwerk handelt es sich dabei oft um Standardleder, synthetische Stoffe oder Schaumstoffe, die in mehreren Produktlinien verwendet werden.
Das Ziel hier ist die Nutzung der Massenkaufeffekte. Da das Lieferrisiko gering ist, können Hersteller aggressiv Preise verhandeln oder Bestellungen konsolidieren, um die Stückkosten zu senken.
Engpassartikel: Hohes Risiko, Geringe Ausgaben
Diese Artikel sind relativ günstig, haben aber eine volatile Lieferkette oder nur wenige Lieferanten. Bei taktischen Stiefeln könnte es sich um eine spezielle, proprietäre Öse oder eine spezielle wasserabweisende Behandlung handeln.
Obwohl sie wenig kosten, stoppt ein Mangel hier die gesamte Produktionslinie. Die Strategie ist Liefersicherheit statt Kostenreduzierung; Hersteller sollten zusätzliche Lagerbestände vorhalten oder eine garantierte Verfügbarkeit sichern, auch zu einem Aufpreis.
Routineartikel: Geringes Risiko, Geringe Ausgaben
Dies sind die alltäglichen Verbrauchsmaterialien, die für die Montage benötigt werden. Dazu gehören generische Schnürsenkel, Standardklebstoffe oder Verpackungsmaterialien, die in allen drei Produktlinien verwendet werden.
Der Fokus liegt hier auf Effizienz. Das Management sollte den Nachbestellungsprozess automatisieren, um den administrativen Zeitaufwand und die Transaktionskosten zu minimieren.
Verständnis der Kompromisse
Während das SPM Klarheit schafft, erfordert die strikte Einhaltung dieser Kategorien Wachsamkeit hinsichtlich der Marktdynamik.
Das Risiko statischer Klassifizierung
Eine häufige Fallstrick ist die Behandlung dieser Klassifizierungen als permanent. Ein Hebelartikel kann aufgrund geopolitischer Probleme oder Rohstoffknappheit schnell zu einem Engpassartikel werden.
Hersteller müssen Klassifizierungen regelmäßig überprüfen. Wenn sie sich nicht an eine sich verändernde Lieferlandschaft anpassen, kann eine Produktionslinie anfällig werden, weil eine Komponente fälschlicherweise als "geringes Risiko" eingestuft wurde.
Betriebliche Komplexität
Die Implementierung differenzierter Strategien erhöht die administrative Komplexität. Ein Beschaffungsteam kann nicht einfach ein pauschales Mandat "Kosten um 10 % senken" ausgeben.
Sie müssen akzeptieren, dass für die Quadranten Kritisch und Engpass die Kosten tatsächlich steigen müssen, um die Zuverlässigkeit zu gewährleisten. Dies erfordert die Zustimmung von Finanzinteressenten, die oft sofortige Kosteneinsparungen über Risikominderung priorisieren.
Die richtige Wahl für Ihren Produktmix treffen
Um das Supply Positioning Model effektiv zu nutzen, müssen Sie Ihre Beschaffungstaktiken mit den spezifischen Zielen jeder Produktlinie abstimmen.
- Wenn Ihr Hauptaugenmerk auf Margenoptimierung liegt (z. B. Sneakers): Priorisieren Sie den Hebelartikel-Quadranten, um die Kosten für hochvolumige Standardmaterialien durch wettbewerbsorientierte Angebote aggressiv zu senken.
- Wenn Ihr Hauptaugenmerk auf Zuverlässigkeit und Sicherheit liegt (z. B. Sicherheitsschuhe/Taktische Stiefel): Konzentrieren Sie sich auf die Quadranten Kritisch und Engpass, um langfristige Verträge zu sichern, die Materialqualität und Verfügbarkeit garantieren, auch wenn dies mehr kostet.
Erfolg in der Schuhherstellung liegt nicht darin, die billigsten Materialien zu finden, sondern darin zu wissen, welche Materialien sicher zu standardisieren sind und welche Schutz benötigen.
Zusammenfassungstabelle:
| SPM-Quadrant | Risikostufe | Ausgaben | Schlüsselmaterialbeispiele | Beschaffungsstrategie |
|---|---|---|---|---|
| Kritisch | Hoch | Hoch | Schlagfeste Zehenkappen, spezielle Sohlen | Strategische Partnerschaften |
| Hebel | Niedrig | Hoch | Standardleder, synthetische Stoffe, Schaumstoff | Massenverhandlungsmacht |
| Engpass | Hoch | Niedrig | Spezielle Ösen, wasserabweisende Mittel | Liefersicherheit & Pufferung |
| Routine | Niedrig | Niedrig | Generische Schnürsenkel, Standardklebstoffe, Verpackung | Prozessautomatisierung |
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Referenzen
- Nia Budi Puspitasari, Vera Febriani. Integration of the AHP-TOPSIS Approach in Material Supplier Selection. DOI: 10.1051/e3sconf/202451706005
Dieser Artikel basiert auch auf technischen Informationen von 3515 Wissensdatenbank .
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