Gemäß der neuen Norm EN ISO 20345:2022 ist die bedeutendste Änderung, dass die FO-Kennzeichnung kein obligatorischer Bestandteil mehr der Sicherheitsklassifizierungen S1, S2 und S3 ist. Das bedeutet, dass Sohlen, die gegen Kohlenwasserstoffe (Kraftstofföl) beständig sind, nun ein optionales Zusatzmerkmal sind, das separat angegeben werden muss, anstatt ein angenommener Teil dieser gängigen Sicherheitsstufen zu sein.
Das Kernprinzip der neuen Norm ist eine Abkehr von gebündelten, angenommenen Schutzmaßnahmen hin zu einem modulareren Ansatz. Dies gibt Ihnen eine präzisere Kontrolle über die Angabe von Merkmalen wie Kohlenwasserstoffbeständigkeit, legt aber auch die Verantwortung auf Sie, aktiv zu überprüfen, ob jedes erforderliche Merkmal vorhanden ist.
Der Wandel von obligatorisch zu optional
Die vorherige Version der Norm vereinfachte den Einkauf, indem bestimmte Merkmale automatisch in spezifischen S-Klassifizierungen enthalten waren. Das Update entbündelt diese Merkmale, um maßgeschneidertere und genauere Sicherheitsangaben auf der Grundlage tatsächlicher Arbeitsplatzrisiken zu ermöglichen.
Was die FO-Kennzeichnung bedeutet
Die FO-Kennzeichnung zeigt an, dass die Laufsohle des Sicherheitsschuhs getestet wurde und eine Beständigkeit gegen Beschädigung und Aufquellen bei Kontakt mit Kohlenwasserstoffen wie Kraftstofföl aufweist.
Die alte Norm: Obligatorische Einbeziehung
Unter der früheren EN ISO 20345:2011 war die Kraftstoffölbeständigkeit eine erforderliche Eigenschaft für jedes Schuhwerk, das als S1, S2 oder S3 zertifiziert war. Wenn Sie beispielsweise einen S3-Stiefel kauften, konnten Sie davon ausgehen, dass er über FO-Schutz verfügte.
Die neue Norm: Eine zusätzliche Anforderung
Unter der aktuellen Norm EN ISO 20345:2022 wird FO nun als unabhängiger, optionaler Test behandelt. Ein Stiefel kann als S1, S2 oder S3 zertifiziert werden, ohne eine kraftstoffölbeständige Sohle zu haben. Wenn dieser Schutz benötigt wird, muss das Schuhwerk zusätzlich zu seiner S-Klassifizierung explizit die FO-Kennzeichnung tragen.
Warum diese Änderung in der Praxis wichtig ist
Dieses Update ändert grundlegend, wie Sie die Spezifikation und Überprüfung von Sicherheitsschuhen angehen sollten. Es bewegt die Branche weg von einem "Einheitsmodell" für S-Klassifizierungen hin zu einem präziseren, risikobasierten Auswahlprozess.
Das Ziel: Maßgeschneiderte, nicht angenommene Sicherheit
Die Logik hinter dieser Änderung besteht darin, sicherzustellen, dass Schuhe nicht übermäßig spezifiziert werden. Viele Arbeitsumgebungen erfordern eine Schutzkappe und Durchstichfestigkeit, haben aber kein Risiko einer Kohlenwasserstoffexposition. Die Trennung der FO-Kennzeichnung ermöglicht eine kostengünstigere und angemessenere Schuhwerkauswahl für diese Rollen.
Ihre Verantwortung als Spezifikant
Die wichtigste Auswirkung ist, dass Sie nicht mehr davon ausgehen können, dass ein S1-, S2- oder S3-Schuh für Umgebungen mit Kraftstoff oder Öl geeignet ist. Sie müssen nun eine Risikobewertung durchführen und, wenn eine Kohlenwasserstoffexposition eine Gefahr darstellt, aktiv nach der FO-Kennzeichnung in den Zertifizierungsdetails des Produkts suchen.
Kontext: Weitere wichtige Änderungen in der Norm
Die Änderung der FO-Kennzeichnung ist Teil eines größeren Updates, das auf größere Klarheit und Präzision abzielt. Das Verständnis dieser damit verbundenen Änderungen ist entscheidend für fundierte Entscheidungen.
Neue Kennzeichnungen für Durchstichfestigkeit
Früher zeigte P die Durchstichfestigkeit durch einen 4,5-mm-Nagel an. Dies gilt nun nur noch für metallische Einsätze. Nichtmetallische Einsätze haben zwei neue Codes:
- PL: Beständigkeit gegen einen großen 4,5-mm-Nagel.
- PS: Beständigkeit gegen einen kleinen 3-mm-Nagel.
Neue Wasserdichtigkeitskategorien
Die Norm führt völlig neue Kategorien für Schuhe mit integrierten wasserdichten Membranen ein:
- S6: Erfüllt die Anforderungen von S2 plus Wasserbeständigkeit (WR).
- S7: Erfüllt die Anforderungen von S3 plus Wasserbeständigkeit (WR).
Aktualisierte Kennzeichnung für Rutschfestigkeit
Die bisherigen Kennzeichnungen SRA, SRB und SRC wurden entfernt. Alle Schuhe müssen nun einen grundlegenden Rutschtest bestehen. Wenn zusätzliche Rutschfestigkeit auf einer Keramikfliese mit Glycerin getestet und bestanden wird, wird dies mit SR gekennzeichnet.
Abwägungen verstehen
Diese neue, modularere Norm bietet erhebliche Vorteile, erfordert aber einen sorgfältigeren Beschaffungsansatz.
Vorteil: Erhöhte Flexibilität
Sie haben nun die Möglichkeit, Schuhe auszuwählen, die genau auf Ihre Arbeitsplatzgefahren abgestimmt sind, ohne für unnötige Merkmale zu bezahlen. Dies kann zu einem besseren langfristigen Wert und Benutzerkomfort führen.
Nachteil: Erhöhte Verantwortung
Die Last der Sorgfaltspflicht ist nun höher. Sie müssen Ihre Risikobewertung genauer analysieren und die vollständige Kennzeichnungszeichenfolge des Schuhwerks (z. B. S3S PL SR FO) überprüfen, nicht nur die primäre S-Klassifizierung.
Fallstrick: Vermeidung von Selbstzufriedenheit
Es ist entscheidend, nicht davon auszugehen, dass ein neues Schuhmodell die gleichen Schutzfunktionen wie sein Vorgänger hat. Ein neuer Stiefel mit der Bezeichnung "S3" hat möglicherweise nicht die FO- oder P- (metallisch) Schutzfunktionen, die ein älterer S3-Stiefel hatte. Überprüfen Sie daher immer die vollständige Spezifikation.
Wie man Schuhe nach der neuen Norm spezifiziert
Ihr Auswahlprozess sollte ausschließlich von Ihrer Risikobewertung am Arbeitsplatz geleitet werden.
- Wenn Ihr Hauptaugenmerk auf der Arbeit in Werkstätten oder der Schwerindustrie liegt: Sie müssen aktiv nach der FO-Kennzeichnung zusätzlich zur erforderlichen S-Klassifizierung suchen.
- Wenn Ihr Hauptaugenmerk auf dem Bauwesen oder der Abfallwirtschaft liegt: Sie müssen nun zwischen metallischer (P), großer nichtmetallischer (PL) oder kleiner nichtmetallischer (PS) Durchstichfestigkeit wählen.
- Wenn Ihr Hauptaugenmerk auf der Arbeit im Freien bei Nässe ohne Ölgefahren liegt: Möglicherweise benötigen Sie kein FO, sollten aber nach den neuen wasserdichten Klassifizierungen wie S6 oder S7 suchen.
Durch das Verständnis dieser bewussten Änderungen können Sie Sicherheitsschuhe spezifizieren, die genau auf die einzigartigen Risiken Ihrer Umgebung zugeschnitten sind.
Zusammenfassungstabelle:
| Änderung | Alte Norm (EN ISO 20345:2011) | Neue Norm (EN ISO 20345:2022) |
|---|---|---|
| Status der FO-Kennzeichnung | Obligatorisch für S1, S2, S3 | Optional, Zusatzmerkmal |
| Rolle des Spezifikanten | Angenommener Schutz | Muss aktiv überprüfen und spezifizieren |
| Wichtigste Auswirkung | S-Klassifizierung enthielt FO | FO-Kennzeichnung separat prüfen |
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